Ein Konferenzzentrum auf dem Oeversberg?

Auch der Weser Kurier berichtet über den Geschäftsbericht und die Sanierungsstrategie der Jacobs University. Darin wird die Uni-Präsidentin Katja Wind zitiert. Die Zeitung schreibt:

"Nun will die Jacobs-Uni für die Finanzierung neue Wege gehen, um sich auf die Zukunft vorzubereiten. Einerseits soll weiter gespart werden und sollen Einnahmen durch Studiengebühren und Drittmittel erhöht werden. Man will aber auch neue Geldquellen erschließen. Die Uni vermietet jetzt ihre Räume an Firmen und für Konferenzen. Und künftig wolle man auf dem Campus auch Weiterbildungstrainings für Führungskräfte anbieten, sagt Katja Windt. Die Uni-Präsidentin will das Wissen ihrer Mitarbeiter als Dienstleistung anbieten. „Wir wollen uns anders ausrichten und von der Spenden-Logik mehr in eine Kundennutzen-Logik kommen“, sagt Windt. Durch Dienstleistungen und Vermietungen habe die Uni zuletzt 4,6 Millionen Euro eingenommen."

Vielleicht gibt dies einen ersten Hinweis darauf, warum der Oeversberg für die Uni diese große strategische Bedeutung hat, die Stefan Gneuss, Kaufmännischer Leiter der Uni, in der öffentlichen Sitzung des Vegesacker Beirats als Begründung für den Flächenbedarf angeführt hat. Da eine Nutzung allein für Studentenwohnungen, Hörsäle oder Institutsflächen nicht so recht einleuchtend erscheinen will, angesichts der Freiflächen auf dem heutigen Uni-Gelände und dem erschlossenen, leerstehenden Areal an der Nordseite der Uni, zwischen Bruno-Bürgel-Straße und Steingutstrasse, würde unter dieser Perspektive klarer, worin die strategische Bedeutung liegen könnte. Der Oeversberg ist mit seiner Lage nahe der Lesum und dem dortigen Grüngürtel eine höchst attraktive Fläche, auf der sich auch Manager und Konferenzteilnehmer wohlfühlen dürften.         

So schön eine solche Überlegung aus der Sicht der Universität erscheinen mag, es darf ernsthaft bezweifelt werden, ob Bremen weitere Konferenzkapazitäten braucht. Der Markt ist national und international höchst umkämpft, es gibt eher Überkapazitäten, als Knappheit an Seminar- und Konferenzflächen. Es wäre erneut eine höchst teure und risikoreiche Wette auf eine ungewisse Zukunft. 

Alle Bremen Norder würden sich freuen, wenn die Jacobs Uni schnell wirtschaftlich gesundet und zu einer Erfolgsgeschichte für Bremen Nord wird. Aber um hierfür gemeinsam an einem Strang zu ziehen, sollte die Uni schnell mehr Intagrationsanstrengungen zeigen und ihre Überlegungen transparent mit den Bürgern teilen. Zudem ist die Rolle des Wirtschaftssenators und der Bremer Politik zu beachten. Was will eigentlich Bremen? Welche Art der Nutzung strebt Bremen für den Oeversberg an? Wäre die Änderung des Bebauungsplans für ein Konferenzzentrum das Richtige für Grohn und die Menschen in Bremen Nord?

(Jens Mühlner)

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